Indischer Löwe, Zoo Zürich

Gir Forest am Zürichberg

Der Gir Nationalpark im indischen Staat Gujarat ist die letzte Bastion des vom Aussterben bedrohten Indischen Löwen. Ein kleines Stück dieses Trockenwaldes wurde im Zoo Zürich nachgebildet. Es zeigt nicht nur den Lebensraum der seltenen Raubkatze, sondern auch den Konflikt mit den in ihrem Lebensraum ansässigen Menschen.

Indischer Löwe, Zoo Zürich

Bauherrschaft:

Zoo Zürich AG

 

Projektierung: 2004-2005
Realisierung: 2005-2007
Bearbeitungsfläche: 5'500 m²
Architektur: Ryf Partner Architekten AG, Zürich

Lebensgemeinschaft mit Löwe und Mensch

Die Haltung und Zucht des Indischen Löwen hat im Zoo Zürich Tradition. Denn obwohl für die Löwen in ihrem letzten Lebensraum im indischen Gir Forest 1963 ein Schutzgebiet eingerichtet wurde, ist die Art nach wie vor bedroht. Lange Dürreperioden in den 1980er Jahren verschärften die Problematik: Das Vieh wurde zum Weiden vermehrt in die Schutzgebiete getrieben, zerstörte die Vegetation und damit die Nahrungsgrundlage vieler Beutetiere der Löwen. So rissen die Löwen immer häufiger Nutztiere, und mussten die sicheren Schutzgebiete verlassen, um – häufig in besiedeltem Gebiet – genügend Nahrung zu finden. Der Gesamtbestand wildlebender indischer Löwen wird heute auf etwa 300 Exemplare geschätzt.

 

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Ökosystem versus Kulturlandschaft

Erstmals wird daher in der Zürcher Anlage der Indischen Löwen nicht nur eine Landschaftssituation simuliert, sondern die gesamte Konflikt-Thematik aufgezeigt und erklärt. Der indische Trockenwald wurde mit gelblaubigen, in Europa heimischen Pflanzenarten, Hügeln und Wasserläufen nachgebildet, daneben sind Gebäude- und gefärbte, verzierte Hofmauern nach indischer Bauart zu sehen. Die Nähe der Löwen zu den Behausungen der Menschen wird spürbar. Der Lebensraum der Löwen und der Raum der Bewohner beziehungsweise der Zoobesucher scheinen sich zu überschneiden, die Bedrohlichkeit der Situation wird Auge in Auge mit den beeindruckenden Raubkatzen nachvollziehbar.


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